Glossar

Fachbegriffe der Forstwirtschaft verständlich erklärt.

A

Aushaltung →

Zerlegung gefällter Stämme in einzelne Sortimente nach Länge, Stärke und Qualität.

Auslesedurchforstung →

Hochdurchforstungs-Verfahren mit Auswahl von Z-Bäumen — heute Standard im Privatwald.

B

BJagdG (Bundesjagdgesetz) →

Bundesgesetz zur Regelung des Jagdwesens in Deutschland, ergänzt durch Landesjagdgesetze.

BWaldG (Bundeswaldgesetz) →

Deutsches Bundesgesetz zum Erhalt, zur Förderung und nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes.

Bestandsaufnahme →

Systematische Erfassung aller Waldbestände eines Reviers mit Baumart, Alter, Bestockungsgrad und Zustand.

Bestockungsgrad →

Verhältnis der tatsächlichen Grundfläche eines Bestandes zur vollen Bestockung (1.0 = voll bestockt).

Bonität →

Maß für die Leistungsfähigkeit eines Standorts, abgeleitet aus der Oberhöhe im Verhältnis zum Alter.

Borkenkäferbefall →

Befall von Nadelbäumen (v. a. Fichte) durch Buchdrucker oder Kupferstecher. Meldepflichtig in allen Bundesländern.

Brusthöhendurchmesser (BHD) →

Durchmesser eines Baumstammes in 1,3 m Höhe. Standardmaß für die Holzvermessung und Bestandsbeschreibung.

Buchdrucker (Ips typographus) →

Wichtigster Borkenkäfer in DACH-Wäldern, befällt Fichte, mehrere Generationen pro Jahr.

D

Durchforstung →

Pflegeeingriff im Wald, bei dem einzelne Bäume entnommen werden, um den verbleibenden Bäumen mehr Licht und Platz zu geben.

E

EUDR (EU-Entwaldungsverordnung) →

EU-Verordnung 2023/1115 gegen Entwaldung. Verlangt GPS-Polygone der Ernteflächen und Sorgfaltserklärungen für Holzprodukte.

Einschlagsmeldung →

Pflichtmeldung an die Forstbehörde über geerntetes Holz. Form und Frist variieren nach Bundesland.

Erntefestmeter (Efm) →

Maßeinheit für geerntetes Holz ohne Rinde. 1 Efm = 1 Kubikmeter festes Holz nach dem Einschlag.

Eschentriebsterben →

Pilzkrankheit (Hymenoscyphus fraxineus) der Esche, in DACH seit 2002 massiv verbreitet.

F

FFH-Gebiet →

Flora-Fauna-Habitat-Gebiet — Schutzgebiet nach EU-Richtlinie 92/43/EWG mit besonderen Bewirtschaftungsauflagen.

FSC-Zertifizierung →

Forest Stewardship Council — internationales Zertifikat für nachhaltige Waldbewirtschaftung mit hohem ökologischen Anspruch.

Fegen →

Schaden durch Reh- und Rotwildgeweih am Schaft junger Bäume — Rinde wird beim Bast-Abreiben zerstört.

Femelhieb →

Verjüngungsverfahren mit kleinflächigen Lichtungen (Femeln, 200–2.000 m²) zur Etablierung von Mischbaumarten.

Festmeter (Fm) →

Raummaß für 1 Kubikmeter festes Holz ohne Zwischenräume. Standardmaß im Holzhandel.

Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) →

Zusammenschluss von Waldbesitzern zur gemeinsamen Bewirtschaftung, Holzvermarktung und Interessenvertretung.

Forsteinrichtung →

Langfristige Planung der Waldbewirtschaftung auf Basis der Bestandsaufnahme. Umfasst typischerweise einen 10-Jahres-Zeitraum.

H

Hallimasch →

Holzzersetzender Pilz (Armillaria spp.), Sekundärschädling an geschwächten Bäumen.

Hiebssatz →

Maximal nachhaltig nutzbare Holzmenge pro Jahr im Forstbetrieb, abgeleitet aus dem laufenden Zuwachs.

Holzliste →

Detaillierte Aufstellung aller gefällten Stämme mit Baumart, Länge, Durchmesser, Qualität und Sortiment.

K

Kalamität →

Außerplanmäßiger Holzanfall durch Naturereignisse wie Sturm, Schneebruch, Borkenkäfer oder Waldbrand.

Kulturbegründung →

Anlage eines neuen Waldbestandes durch Pflanzung oder Saat nach Kahlschlag, Kalamität oder auf Freiflächen.

Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) →

Kleiner Borkenkäfer in Fichtenwipfeln und jungen Fichten, oft Sekundärschädling neben dem Buchdrucker.

Käferholz →

Holz aus Beständen mit Borkenkäferbefall — meist mit Qualitätsabwertung im Markt.

M

Mischbestand →

Waldbestand mit mehreren Baumarten — heute Standard im klimaresilienten Waldumbau.

N

Naturverjüngung →

Natürliche Erneuerung des Waldes durch Samen der vorhandenen Bäume ohne aktive Pflanzung.

P

PEFC-Zertifizierung →

Programme for the Endorsement of Forest Certification — größtes globales Zertifikat für nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Plenterwald →

Bestandsform mit gleichzeitig allen Altersstufen auf gleicher Fläche — Idealform des Dauerwaldes.

Polter →

Aufgeschichteter Holzstapel an der Waldstraße, bereit für den Abtransport durch den Holzkäufer.

R

RVR (Rahmenvereinbarung Rohholz) →

Standard für Holzaushaltung und Sortenbildung in Deutschland seit 2014.

Raummeter (Rm) →

Maßeinheit für geschichtetes Holz inklusive Luftzwischenräumen — typisch bei Brennholz.

Reinbestand →

Waldbestand aus nur einer Baumart — historisch verbreitet, klimatisch riskant.

Rückegasse →

Festgelegte Fahrschneise im Wald für den Transport gefällter Stämme. Abstand typischerweise 20–40 m.

S

Saumhieb →

Verjüngungsverfahren mit schmalem Streifen-Hieb am Bestandsrand, der schrittweise vorrückt.

Schirmhieb →

Verjüngungsverfahren mit großflächiger Auflichtung des Altbestandes — Naturverjüngung wächst unter Schirm.

Schutzwald →

Wald mit besonderer Schutzfunktion (Lawinen, Erosion, Wasser) — strengere Bewirtschaftungsauflagen.

Schäle →

Wildschaden durch Rotwild — Rinde wird mit den Zähnen vom Stamm geschält, häufig im Winter.

Stammholz →

Hochwertigstes Holzsortiment: Langholz ab 3 m Länge und Mindestdurchmesser für Sägewerk-Verarbeitung.

Sturmwurf →

Großflächiges Umstürzen von Bäumen durch Sturm — typische Kalamität, oft Auslöser für Borkenkäfer.

Submission →

Geschlossene Auktion für hochwertiges Stammholz — Bieter geben verschlossene Gebote pro Stamm ab.

T

Trockenstress →

Wassermangel-Stress bei Bäumen — Hauptursache für Schwächung und Folgeschäden im Klimawandel.

V

Verbiss →

Wildschaden durch Reh- und Rotwildfraß an jungen Trieben und Knospen.

W

Waldbesitzarten →

Privatwald, Körperschaftswald (kommunal), Staatswald — mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten je nach Bundesland.

Wildschaden →

Schaden an Forstpflanzen durch Schalenwild — meist über Pachtjagdvertrag dem Pächter zugewiesen.

Z

Z-Baum (Zukunftsbaum) →

Ausgewählter Baum, der bis zur Endnutzung gefördert wird — Kern der Auslesedurchforstung.