Stammholzsortierung: Güteklassen A bis D richtig einschätzen
Die Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel (RVR)
Die RVR ist der Standard für die Holzvermessung und -sortierung in Deutschland. Sie definiert vier Güteklassen für Stammholz von A (beste Qualität) bis D (geringste Qualität).
Güteklasse A — Furnierholz
Die höchste Qualitätsstufe, die auch die höchsten Preise erzielt:
- Gerade, zylindrische Form
- Keine sichtbaren Äste oder nur sehr feine, verwachsene Äste
- Keine Verfärbung, kein Fäulnis
- Gleichmäßiger Jahrringaufbau
Typische Preise: 150-400 €/Fm (Eiche A kann über 1.000 €/Fm erreichen)
Güteklasse B — Schreiner- und Schnittholz
Gute Qualität mit leichten Einschränkungen:
- Leichte Krümmung bis 2 cm/lfm erlaubt
- Gesunde, verwachsene Äste bis 3 cm Durchmesser
- Leichter Drehwuchs erlaubt
Typische Preise: 90-150 €/Fm (Nadelholz), 120-250 €/Fm (Laubholz)
Güteklasse C — Bau- und Konstruktionsholz
Die häufigste Güteklasse im Wirtschaftswald:
- Äste bis 7 cm Durchmesser
- Krümmung bis 4 cm/lfm
- Leichte Verfärbung erlaubt
Typische Preise: 60-95 €/Fm (Nadelholz)
Güteklasse D — Industrieholz
Holz mit deutlichen Qualitätseinschränkungen:
- Starke Äste, Krümmung, Fäule
- Verwendung: Palette, Zellstoff, Energie
Typische Preise: 30-55 €/Fm
Tipps für die Sortierung im Wald
Sortiere immer großzügig nach oben. Lieber einen Stamm zu hoch einstufen und vom Käufer runterstufen lassen als umgekehrt. Dokumentiere die Sortierung mit Fotos — Waldpilot speichert diese zur Holzliste.
Weiterführende Quellen
- BMEL — Wald in Deutschland
- Bundeswaldgesetz (BWaldG)
- EU-Verordnung 2023/1115 (EUDR)
- waldwissen.net — Forstliches Fachportal
Dieser Artikel wurde sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine forstrechtliche Beratung.
Waldpilot Redaktion
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