Planung

Durchforstung: Auswahlverfahren im Vergleich

WR
Waldpilot Redaktion
Veröffentlicht am 18. Mai 2026

Niederdurchforstung

Bei der Niederdurchforstung werden die unterständigen, unterdrückten Bäume entnommen — also die, die ohnehin absterben würden. Historisch das am weitesten verbreitete Verfahren.

  • Vorteil: Einfach durchzuführen, geringes Risiko
  • Nachteil: Fördert die herrschenden Bäume nicht aktiv, geringer Erlös (nur Schwachholz)
  • Geeignet für: Ersteingriffe in dichten Jungbeständen

Hochdurchforstung

Die Hochdurchforstung entnimmt Bäume aus der herrschenden Schicht — also gleichrangige Konkurrenten der besten Bäume. Dadurch wird der Kronenraum der Zukunftsbäume gezielt erweitert.

  • Vorteil: Stärkerer Zuwachs an den Z-Bäumen, bessere Holzqualität
  • Nachteil: Erfordert forstliches Wissen bei der Auswahl
  • Geeignet für: Etablierte Bestände ab der zweiten Durchforstung

Auslesedurchforstung

Die Auslesedurchforstung ist die modernste Variante und kombiniert Elemente beider Verfahren. Zuerst werden Z-Bäume markiert, dann werden gezielt deren Bedränger entnommen — egal ob herrschend oder mitherrschend.

  • Vorteil: Maximale Wertleistung, klare Auswahl, gut dokumentierbar
  • Nachteil: Erfordert sorgfältige Z-Baum-Auswahl
  • Geeignet für: Alle Bestände, insbesondere wertholzfähige Laubholzbestände

Welches Verfahren für deinen Wald?

Als Faustregel gilt:

  1. Jungbestände (Erstdurchforstung): Mischung aus Nieder- und Auslesedurchforstung
  2. Mittelalte Bestände: Auslesedurchforstung mit klarer Z-Baum-Förderung
  3. Alte Bestände (Lichtung): Hochdurchforstung zur Verjüngungseinleitung

In Waldpilot kannst du für jeden Bestand das angewandte Verfahren dokumentieren und die Entwicklung der Z-Bäume über die Jahre verfolgen.

Weiterführende Quellen

Dieser Artikel wurde sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine forstrechtliche Beratung.

WR

Waldpilot Redaktion

Founder und Lead-Developer von Waldpilot. Software-Architekt mit Schwerpunkt vertikale SaaS für unterversorgte Branchen.

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