Sortimente, Pflanzverband, Pflanztechnik
Pflanzung ist die sichere, aber teure Variante der Bestandsbegründung. Sortimentsauswahl, Pflanzverband und Pflanztechnik entscheiden über Anwuchserfolg und Folgekosten. Hier die Praxis.
Pflanzung ist Pflicht, wenn kein Samenbaumvorrat vorhanden ist (große Käfer- oder Sturmflächen), bei Baumartenwechsel (z. B. Eiche oder Douglasie in Fichten-Reinbestand) und bei knapper Zeit. Sie liefert sofort den gewünschten Bestandsaufbau und Verband — Naturverjüngung dagegen ist zufallsabhängig. Für Privatwaldbesitzer mit 5–50 ha Schadflächen oft die einzige realistische Option.
Sortimente: 1+0 (einjährig) ist günstig (Buche 0,40–0,80 Euro/Stk), aber empfindlich. 2+0 oder 1+1 (verschult) liefern bessere Anwuchsergebnisse. Eichen meist als 1+0 oder 1+1, Buchen als 2+0, Douglasie und Fichte als 2+1 oder 2+2.
Pflanzverband: Buche 1,5x1,5 m (4.400 Stk/ha), Eiche 2x1 m (5.000 Stk/ha) wegen langsamer Jugendentwicklung, Fichte/Douglasie 2x2 m (2.500 Stk/ha), Lärche 2,5x2,5 m (1.600 Stk/ha).
Pflanzzeitpunkt: Herbstpflanzung (Oktober–November) für Buche, Eiche, Tanne. Frühjahrspflanzung (März–April) für Fichte, Douglasie, Lärche. Niemals bei Frost oder ausgetrocknetem Boden.
Wurzelschnitt: Beschädigte Wurzeln vor dem Pflanzen sauber zurückschneiden — keine umgeknickten Wurzeln im Pflanzloch.
Pflanzkosten pro Hektar typisch 6.000–12.000 Euro, abhängig von Baumart und Sortiment. Pflanzgut-Preise: Buche 1,50–3,00 Euro/Stk, Eiche 2,00–4,00 Euro/Stk, Fichte 0,50–1,50 Euro/Stk, Douglasie 1,00–2,50 Euro/Stk, Tanne 1,50–3,50 Euro/Stk. Pflanzlohn: Lohnunternehmer 0,80–1,50 Euro/Stk, Eigenleistung etwa 200–300 Stk/Tag möglich. Hinzu kommen Verbiss-Schutz (Wuchshüllen 2–4 Euro/Stk oder Zaun 8–15 Euro/lfm).
Deutschland: BMEL-Klimaprogramm fördert klimaangepasste Wiederbewaldung, Bayern (WALDFÖPR), BW (NWW), NRW, Hessen mit eigenen Förderprogrammen. Pflanzkostenzuschüsse oft 70–90 % der anerkennungsfähigen Kosten, Pauschalen 4.000–8.000 Euro/ha je nach Baumart.
Österreich: WaldFonds-Maßnahme M2 fördert Wiederbewaldung mit bis zu 80 % der Kosten. ÖPUL ergänzt für Mischbestandsbegründung.
Schweiz: Kantonale Förderung über Waldgesetz, in vielen Kantonen Pauschalen 4–8 CHF/Pflanze für klimaangepasste Mischungen.
Wurzelausquetschung: Hohlspatenpflanzung mit zu schmalem Loch quetscht Wurzeln — Pflanze stirbt im zweiten Jahr. Zu tiefes Pflanzen: Wurzelhals muss auf Bodenniveau bleiben, sonst Faulgefahr. Trockenstress: Pflanzen vor dem Setzen austrocknen lassen — Anwuchs sinkt um 30–50 %. Falsche Baumart für Standort: Standortkarten der Forstämter prüfen, sonst Totalausfall in Trockenjahren. Zaun zu klein: Verbissschutz vergessen oder zu klein dimensioniert — Reh und Hase fressen alles weg.
Buche 4.000–4.500 Stk, Eiche 5.000–8.000 Stk (wegen langsamer Jugendentwicklung dichter), Fichte/Douglasie 2.500 Stk, Tanne 3.000 Stk, Lärche 1.500–2.000 Stk.
Typisch 6.000–12.000 Euro inklusive Pflanzgut, Pflanzlohn und Verbiss-Schutz. Mit Förderung sinken die Eigenkosten oft auf 1.500–3.000 Euro/ha.
Herbst (Oktober–November) für Buche, Eiche, Tanne. Frühjahr (März–April) für Fichte, Douglasie, Lärche. Niemals bei Frost oder ausgetrocknetem Boden.
Ja, ein geübter Pflanzer schafft 200–300 Stück/Tag. Bei 1 Hektar mit 4.000 Pflanzen spart man 3.000–6.000 Euro Lohn — bei 15–20 Tagen Eigenleistung.
Buche 2+0 (40–60 cm), Eiche 1+0 oder 1+1 (30–50 cm), Fichte 2+1 (25–40 cm), Douglasie 2+1 (30–50 cm). Größere Sortimente sind teurer und anwuchs-empfindlicher.
Bei Buche und Fichte oft nicht zwingend, bei Eiche, Tanne, Edellaubhölzern fast immer. Alternative: Wuchshüllen pro Pflanze (2–4 Euro/Stk) bei Einzelpflanzen.
Bei sachgerechter Pflanzung und passendem Standort 80–95 %. Bei Trockenheit oder Pflanzfehlern fällt er schnell auf 50–70 %, dann ist Nachpflanzung nötig.
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