Cryptostroma corticale
Die Rußrindenkrankheit ist eine relativ neue, aber rasant wachsende Bedrohung für den Bergahorn. Der Pilz verursacht nicht nur Baumtod, sondern auch ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für Waldarbeiter und Spaziergänger durch lungengängige Sporen.
Charakteristisch sind großflächig abplatzende Borkenstücke, unter denen schwarze, sporenstaubartige Beläge sichtbar werden. Frühsymptome zeigen sich in der Krone als Welken einzelner Äste, frühzeitiger Laubfall im Sommer und Triebsterben. Im fortgeschrittenen Stadium löst sich die Borke streifenförmig vom Stamm ab, und der freigelegte Pilz erscheint wie eingebrannter Ruß. Erkrankte Bäume sterben innerhalb von 1 bis 3 Jahren ab und werden bruchgefährdet.
Hauptwirt ist der Bergahorn (Acer pseudoplatanus), seltener Spitzahorn und Feldahorn. Der Pilz ist latent in vielen Beständen vorhanden und bricht erst bei Trockenstress aus. Seit den Hitzejahren 2018, 2019 und 2022 dokumentieren Forschungsanstalten in Bayern, Baden-Württemberg, Schweizer Mittelland und Niederösterreich starke Zunahmen. In wärmeren Tieflagen besonders aggressiv.
Es besteht keine forstrechtliche Meldepflicht. Wegen der Gesundheitsgefahr greifen jedoch Arbeitsschutzvorgaben: Die DGUV und die SUVA in der Schweiz empfehlen FFP3-Atemschutz, Schutzanzug und Schutzbrille bei der Aufarbeitung. Ohne Schutz drohen Atemwegserkrankungen wie exogen-allergische Alveolitis (Ahornrindenschälerlunge), die chronisch werden kann. Verkehrssicherungspflicht gilt verschärft, da befallene Stämme rasch bruchgefährdet werden. Forstunternehmer dürfen Aufarbeitung nur mit qualifiziertem Personal und PSA durchführen.
Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Empfehlungen: Befallene Bäume bei trockener Witterung möglichst nicht aufarbeiten — Sporen verbreiten sich dann massiv. Bei feuchter Witterung mit vollständiger PSA fällen, das Holz nicht im Bestand entrinden, sondern ganz abfahren. Privatwaldbesitzer sollten Eigenarbeit an befallenen Bäumen vermeiden und Forstunternehmer mit entsprechender Ausstattung beauftragen. Vorbeugung: Bestandsstabilität durch Mischbestand, Vermeidung von Reinbeständen aus Bergahorn auf trockenen Standorten, frühe Durchforstung zur Vitalisierung.
Bergahorn-Wertholz erzielt im gesunden Zustand 200 bis 500 Euro pro Festmeter, Riegelahorn und Wertholz-Qualitäten bis 1.500 Euro pro Festmeter. Durch Rußrindenbefall sinkt der Erlös oft auf Brennholz-Niveau (40 bis 60 Euro pro Festmeter). Hinzu kommen höhere Aufarbeitungskosten durch Schutzkleidung und Spezialunternehmer (Aufschlag 30 bis 50 Prozent). Für Waldbesitzer mit hochwertigen Bergahorn-Beständen entstehen erhebliche Vermögensverluste — gleichzeitig ist der Bergahorn als Klimabaumart eigentlich als Hoffnungsträger eingeplant.
Sehr ernst. Sporen können beim Einatmen die exogen-allergische Alveolitis auslösen, eine entzündliche Lungenerkrankung, die chronisch werden kann. Aufarbeitung nur mit FFP3-Maske und Schutzkleidung.
Aus rechtlicher Sicht ja, aber nur mit vollständiger PSA (FFP3-Atemschutz, Schutzanzug, Schutzbrille). Privatwaldbesitzer ohne Erfahrung sollten Forstunternehmer beauftragen.
Bei feuchter Witterung, am besten nach Regen. Trockene, windige Tage stark vermeiden — dann verbreiten sich Sporen kilometerweit.
Ja, aber meist nur als Industrie- oder Brennholz. Wertholzeigenschaften sind durch Stockflecken und Verfärbungen meist verloren.
Auf frischen, kühlen Standorten oberhalb 500 m weiterhin sinnvoll. Auf trockenen Tieflagen unter Hitzestress aktuell zurückhaltend — der Pilz schlägt dort am stärksten zu.
Tierversuche zeigten keine systemischen Auswirkungen, aber Pferdebesitzer sollten befallene Ahorne aus Weiden entfernen — Verwechslung mit der atypischen Weidemyopathie ist möglich.
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