Fegen durch Rehbock und Rotwild-Hirsche
Fegeschäden sind die Visitenkarte des Rehbocks im Frühjahr — und können in Junganpflanzungen ganze Reihen vernichten. Anders als Verbiss und Schäle ist Fegen punktuell, aber pro betroffenem Baum oft tödlich oder ein Total-Wertverlust.
Hauptverursacher ist der Rehbock beim Fegen seines Geweihs — von März bis Mai (nach dem Bastabzug) und im Sommer beim Markieren. Sekundär fegen Rotwild-Hirsche im August/September vor der Brunft sowie Damhirsche und Sikahirsche. Fegen dient zwei Zwecken: Bastentfernung vom frisch verfegten Geweih und Reviermarkierung mit Stirndrüsensekret.
Bevorzugt werden federnde, dünne Stämmchen (BHD 1,5–4 cm) mit harzhaltigem Bast — also genau die jungen Mischbaumarten, die der Klimaumbau braucht. Pro Bock und Saison können 20–40 Bäume verfegt werden.
Fegeschaden ist meist punktuell, aber pro Baum oft Totalschaden. Stark verfegte Stämmchen sterben ab, treiben kümmerlich nach oder bilden Zwiesel — wertholzfähig sind sie nicht mehr. Schaden pro betroffenem Baum: 5–25 € (Pflanzkosten + Pflegekosten + Wertanwartschaft).
Bei flächigem Fegedruck in Klimaumbau-Kulturen entstehen schnell vierstellige Schäden pro Hektar. Besonders teuer: Wenn die seltene Eichen- oder Tannenpflanzung verfegt wird und durch Buchen-Naturverjüngung ersetzt wird, geht das Bestandskonzept verloren.
Fegen fällt unter BJagdG §29 ff. als ersatzpflichtiger Wildschaden. Wie bei Verbiss gilt: Hauptbaumarten sind ohne Schutz ersatzpflichtig, seltene Mischbaumarten je nach Landesrecht oft nur mit Schutz. In Bayern z.B. (Art. 47 BayJG) ist seltene Mischbaumart ohne Wildschutz nicht ersatzpflichtig — in NRW dagegen schon.
Haftungsschuldner ist auch hier die Jagdgenossenschaft bzw. per Pachtvertrag der Jagdpächter; in befriedeten Bezirken der Eigentümer. Meldefrist 1 Woche nach Kenntnis (BJagdG §34) — bei laufend frischem Fegen jeweils ab Erkennung. Praxis-Tipp: Bei aktivem Fegedruck wöchentlich kontrollieren und neue Schäden zeitnah anzeigen.
Bewertung im Vorverfahren nach ALB-Verfahren: Bei Totalverlust ersetzt die Pflanzung (Pflanzpreis + Pflanzkosten 1,80–4 €/Stk.); bei Teilverlust der prognostizierte Wertverlust am Endbestand. Mehrfaches Fegen am gleichen Stamm gilt als Totalschaden.
Praktisch: Schadflächen-Skizze, Stückzahl pro Baumart, Foto je Schadbaum mit GPS-Punkt, Datum. Im Ortstermin mit Schätzer wird stichprobenartig nachgemessen. Wer im Wildschäden-Modul von Waldpilot pro Bock-Saison fortlaufend dokumentiert, hat im Vorverfahren ein lückenloses Beweisprotokoll — und meist deutlich höhere durchsetzbare Ersatzansprüche.
Wuchshüllen mit Pfahl: Effektivster Einzelschutz, 1,20 m Höhe reicht gegen Rehbock-Fegen. Stückkosten 2–4 €. Pflicht für seltene Mischbaumarten in Bayern und mehreren anderen Ländern, sonst kein Ersatzanspruch.
Pfähle als Ablenkung: Robuste Holzpfähle in der Kultur lenken den Bock auf das Holz statt auf die Pflanzen — kostet wenig und hilft bei mäßigem Fegedruck.
Jagdliche Lösung: Konsequenter Bockabschuss in Hot Spots ab dem 1. Mai (Beginn Bockjagd in DE/AT). Reduktion alter Böcke senkt Fegedruck nachhaltig — insbesondere weil ältere, reviertreue Böcke besonders intensiv fegen.
März bis Mai zum Bastabzug, dann erneut Juli/August zur Reviermarkierung vor der Blattzeit (Brunft). Hauptschadenszeit liegt klar im Frühjahr — neue Pflanzungen sollten vor April geschützt sein.
Nein. Rehbock fegt bis 80 cm Höhe, Rotwild-Hirsch bis 1,80 m. Empfehlung: 1,20 m gegen Reh, 1,80 m wenn Rotwild im Revier vorkommt. Wuchshülle muss zusätzlich verbiss- und nagedicht schließen.
Fegen: vertikale Streifen oft spiralig, BHD klein (1,5–4 cm), Bastfetzen im Frühjahr/Sommer, einseitig. Schäle: längere und breitere Wunden, Stangenholz (BHD 8–25 cm), Zahnabdrücke (Winterschäle) oder Streifenabriss (Sommerschäle).
In den meisten Bundesländern und Kantonen nein — etwa Bayern, Baden-Württemberg. In NRW, Niedersachsen und einigen anderen Ländern ja. Vor Pflanzung Landesrecht prüfen oder Schutz vorsehen.
Im Schnitt 20–40 Bäume pro Saison, in Hot Spots auch deutlich mehr. Alte, reviertreue Böcke fegen besonders intensiv — gezielter Abschuss reduziert Schäden im Folgejahr spürbar.
Begrenzt. Repellents wie Trico oder Cervacol haben kurze Wirkdauer (Wochen). Für den punktuellen Fegeschaden ist eine Wuchshülle dauerhaft günstiger und zuverlässiger.
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