Holzsortimente

Schwachholz — Stangen und Erstdurchforstungssortiment

Festmeter (Fm) und Raummeter (Rm) — Stangen und Erstdurchforstungssortiment

Schwachholz ist das typische Sortiment der Erstdurchforstung — Bestandsalter 25 bis 40 Jahre, Mittendurchmesser unter 20 cm. Wirtschaftlich oft Verlustgeschaeft, aber waldbaulich unverzichtbar. Wer geschickt aushaelt, hebt aus jeder Durchforstung etwas Erloes.

Definition & Maßeinheit

  • Schwachholz: Stammholz mit Mittendurchmesser unter 20 cm (L1a/L1b)
  • Stangenholz: 4 bis 6 m Abschnitte, gerade, Zopf 8 bis 14 cm
  • Maßeinheit: Festmeter (Fm) bei Stangen, Raummeter (Rm) bei lose gepoltertem Schwachholz
  • Hauptanfall: Erstdurchforstung mit 25 bis 40 Jahren Bestandsalter
  • Anteil im Hieb: 30 bis 50 Prozent der Erntemenge in Erstdurchforstungen

Aushaltungsregeln

Aus Schwachholz entstehen mehrere Sortimente: Stangenholz (gerade Stamme, 4 bis 6 m, fuer Zaune, Geraetestiele, Pilzzucht-Substrate), Schwach-Stammholz L1a/L1b (fuer Saegewerke mit Schwachholzlinie), Industrieholz IS und Brennholz. Aushaltung sollte schon im Bestand erfolgen, bevor das Holz auf den Polter kommt — nachtraegliches Sortieren ist im Schwachholz unwirtschaftlich. Stangen einzeln markieren und separat poltern.

Qualitätsklassen

Bei Schwachholz dominiert RVR L1a (10 bis 14 cm) und L1b (15 bis 19 cm). Stangenholz hat eigene Spezifikationen: Zaunpfaehle (Eiche, Robinie, Laerche, 1,8 bis 2,5 m), Geraetestangen (Esche, Hainbuche, gerade, ohne Aeste), Pilzzuchtstaemme (Buche, Eiche, frisch geschnitten, 1 m Abschnitte). Bei Nadelschwachholz oft direkt als Palettenholz L1b vermarktet.

Preisrahmen DACH

Stand 2026, ab Waldstrasse, ohne Mehrwertsteuer: Fichte L1b Palettenholz: 55 bis 75 EUR/Fm. Kiefer L1b: 50 bis 70 EUR/Fm. Buche L1b Brennholz: 70 bis 90 EUR/Rm. Eichen-Spaltpfaehle (Selbstwerber): 4 bis 8 EUR pro Stueck. Robinien-Zaunpfaehle: 6 bis 12 EUR pro Stueck. Industrieholz IS aus Schwachholz: 32 bis 42 EUR/Rm. Beachten: Bei Erstdurchforstung sind Erntekosten von 25 bis 40 EUR/Fm typisch — Deckungsbeitrag oft im Minus.

Vermarktung & Käuferkreis

Hauptabnehmer sind Palettenholzwerke und Schwachholz-Saegewerke (oft mit IBC-Profilier-Linien), Zaunbau-Betriebe (Robinien- und Laerchen-Pfaehle), Pilzzuechter (Shiitake auf Eichenstaemmen), Spielplatzbau (Robinie) und Pelletwerke. Direktvermarktung ueber FBG ist im Schwachholz fast immer Pflicht — Einzelmengen sind zu klein. Bei Brennholz lohnt sich Selbstwerbung im stehenden Bestand.

Praxis-Tipps

Erstdurchforstungs-Hieb sorgfältig planen: Z-Baum-Auswahl vor Hieb, klare Ruekkegassen, mechanisierten Vollernter-Einsatz pruefen (ab 100 Fm pro Hektar wirtschaftlich). Bei Laubhaubestaenden Selbstwerbung als Brennholz im stehenden Bestand fast immer wirtschaftlich attraktiv: 25 bis 45 EUR/Rm Erloes, kaum Folgekosten. Stangenholz identifizieren und gesondert anbieten — regionale Nachfrage von Landwirten und Heimwerkern oft staerker als gedacht. Foerderung pruefen: Erstdurchforstung in jungen Bestaenden ist in vielen Bundeslaendern foerderfaehig (5 bis 15 EUR/Fm).

Häufige Fragen

Lohnt sich Erstdurchforstung wirtschaftlich?

Reine Holz-Deckungsbeitraege sind oft negativ (Erntekosten 25 bis 40 EUR/Fm, Erloese 30 bis 60 EUR/Fm). Mit Foerderung und Eigenleistung positiv. Waldbaulich aber unverzichtbar — ohne Erstdurchforstung leiden Stabilitaet und Wertentwicklung des Bestandes.

Was ist Stangenholz?

Gerade, 4 bis 6 m lange Schwachholz-Stamme mit Zopfdurchmessern 8 bis 14 cm. Verwendet fuer Zaune, Geraetestiele, Geländer, Pilzzucht und Spielplatzbau. Robinie und Laerche fuer Aussenbereich, Esche und Hainbuche fuer Geraetestiele.

Welche Foerderungen gibt es fuer Durchforstung?

In Deutschland zwischen 5 und 15 EUR/Fm Foerderung in den Bundeslaendern, in Oesterreich oft Pauschalen pro Hektar (200 bis 600 EUR/ha). Voraussetzung: Antrag beim Forstamt vor Hieb, Bewirtschaftungsplan und Mindesthiebsmenge.

Wann ist die Erstdurchforstung faellig?

Bei Fichte und Kiefer mit 25 bis 35 Jahren (Oberhoehe 12 bis 15 m), bei Buche und Eiche mit 35 bis 50 Jahren (Oberhoehe 15 bis 20 m). Indikator: Kronenschluss zu eng, Z-Bäume bedraengt.

Lohnt sich der Vollernter im Schwachholz?

Ab etwa 100 Fm pro Hektar Erntemenge wirtschaftlich. Vollernter senkt Erntekosten von 35 bis 40 EUR/Fm (motormanuell) auf 18 bis 25 EUR/Fm. Voraussetzung: Befahrbarkeit und korrekt angelegte Ruekkegassen.

Wie vermarkte ich Robinien-Zaunpfaehle?

Direktverkauf an Reitanlagen, Weinbau-Betriebe, Spielplatzbauer und Privatleute funktioniert oft gut. Preise 6 bis 12 EUR pro Pfahl (1,8 bis 2,5 m, geschaelt oder gespalten). Vermarktung ueber regionale Plattformen oder FBG.

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