Raummeter (Rm), IS und IL fuer Faser- und Spanholz
Industrieholz ist das ungeliebte Stiefkind des Privatwalds — und doch entscheidet es ueber den Deckungsbeitrag in der Durchforstung. Hauptabnehmer sind Zellstoff-, OSB- und Spanplattenwerke. Massgeblich ist die RVR-Aushaltung als IS oder IL.
Industrieholz ist alles, was nicht als Stammholz vermarktbar ist: Zopfstuecke, Schwachholz aus der Durchforstung, krumme oder rotfaule Abschnitte. Die RVR erlaubt Krummschaft, Aeste und einzelne Faulstellen — aber keinen massiven Pilzbefall oder Steine. Aushaltung typisch: 2 m Abschnitte fuer IS, 3 oder 4 m fuer IL. Polter sauber von Stammholz trennen — sonst wird das gesamte Polter abgewertet. Trockene Lagerung erhoeht den Wert (weniger Wassergehalt = weniger Frachtkosten).
Industrieholz kennt nur eine Hauptklasse pro Baumartengruppe: Nadel-IS und Nadel-IL (Fichte, Kiefer, Tanne, Laerche zusammen) sowie Laub-IS und Laub-IL (Buche dominierend, gefolgt von Eiche, Birke). Spanplattenwerke verlangen rindefreies oder rindereduziertes Material; Zellstoffwerke akzeptieren Rinde. Holzfeuchte sollte unter 50 Prozent liegen, damit der Rm-Faktor nicht ungunstig wird.
Stand 2026 ab Waldstrasse, ohne Mehrwertsteuer: Nadel-IS: 32 bis 42 EUR/Rm. Nadel-IL: 38 bis 48 EUR/Rm. Laub-IS Buche: 40 bis 55 EUR/Rm. Umgerechnet entspricht das etwa 50 bis 75 EUR/Fm — also rund die Haelfte des Stammholzpreises. In Oesterreich liegen Industrieholzpreise typisch 5 bis 10 Prozent darueber wegen starker Plattenindustrie. In der Schweiz oft niedriger wegen begrenzter Abnehmer.
Hauptabnehmer sind Zellstoffwerke (Mercer in Stendal/Rosenthal, Sappi, Heinzel), OSB- und Spanplattenwerke (Egger, Kronospan, Pfleiderer) sowie MDF-Werke. Vermarktung lohnt sich fast nur ueber FBG oder Holzhaendler — Einzelmengen unter 100 Rm sind logistisch unattraktiv. Frachtradius ist eng (200 bis 300 km), darum sind regionale Werke entscheidend.
Im Privatwald faellt Industrieholz vor allem in der Erstdurchforstung und als Zopf bei der Endnutzung an. Wer Industrieholz separat poltert, statt es im Schlag liegen zu lassen, hebt 30 bis 50 EUR pro Festmeter. Bei kleinen Mengen pruefen, ob Brennholz-Selbstwerber das Material zu hoeherem Preis nehmen — oft 60 bis 80 EUR/Rm im Direktverkauf.
IS ist Industrieschichtholz (1 oder 2 m Abschnitte, gestapelt), IL ist Industrielangholz (ab 3 m, oft lose verladen). IL bringt typisch 5 bis 10 EUR/Rm mehr, ist aber nur sinnvoll bei groesseren Mengen und entsprechender Aushaltung.
Faustformel: 1 Rm Nadelholz entspricht etwa 0,65 Fm, 1 Rm Laubholz etwa 0,70 Fm. Diese Umrechnungsfaktoren sind in der RVR festgehalten und bei der Werkseingangsmessung relevant.
Industrieholz wird in der Regel als Raummeter mit Rinde gemessen. Bei Werkseingang wird oft auf Festmeter ohne Rinde umgerechnet — der Faktor ist im Vertrag festgelegt.
Bei Mengen unter 30 Rm lohnt sich oft nur die Vermarktung als Brennholz oder ueber FBG. Ueber 50 Rm wird Direktverkauf an Plattenwerke wirtschaftlich, vor allem in regionaler Naehe.
Die RVR erlaubt einzelne Faulstellen und Aeste, aber kein durchgaengiger Pilzbefall, keine Fremdkoerper (Naegel, Steine, Eisen). Bei Reklamation kann das gesamte Polter abgewertet werden.
Kommt drauf an: Bei lokalem Heizwerk in der Naehe lohnt sich Hackschnitzel-Vermarktung deutlich (oft 25 bis 35 EUR/Srm). Sonst bringt IS/IL ueber Plattenwerke meist mehr Erloes pro Festmeter.
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