Praxis-Anleitung

Jagdpachtvertrag prüfen

Der Jagdpachtvertrag bindet dich oft 9-12 Jahre. Hier sind 8 Punkte, die du vor der Unterschrift unbedingt prüfen solltest.

Schritt-für-Schritt

  1. 1

    Pachtdauer und Verlängerung

    Mindestpachtzeit 9 Jahre (BJagdG). Prüfe Verlängerungsoptionen und Kündigungsbedingungen.

  2. 2

    Pachtzins und Anpassung

    Pachtzins, Zahlungsmodalitäten, Anpassungsklauseln (Inflation, Wildschadensentwicklung).

  3. 3

    Wildschadensregelung

    Wer trägt Wildschaden? Üblich: vollständige Übernahme durch den Pächter. Höchstgrenzen vermeiden — der Verpächter trägt sonst das Restrisiko.

  4. 4

    Mindest-Abschussplan

    Festlegung von Mindest-Abschüssen für Schalenwild (Reh, Rotwild, Schwarzwild). Wichtig zur Wildschadens-Prävention.

  5. 5

    Nachweis-Pflichten

    Streckenliste, Wildschadens-Protokoll, jährliche Berichterstattung an den Verpächter.

  6. 6

    Reviergrenzen klären

    Eindeutige Beschreibung mit Karte. Strittige Grenzen vorab klären.

  7. 7

    Sondernutzungen

    Wildkammer, Jagdhütten, Hochsitze — wer baut, wer pflegt, wer baut zurück bei Vertragsende?

  8. 8

    Schriftform und Notar

    Pachtverträge über 4 Jahre brauchen Schriftform. Bei größeren Revieren empfiehlt sich notarielle Beurkundung.

Häufige Fragen

Welche gesetzlichen Vorgaben gelten?

Bundesjagdgesetz (BJagdG), ergänzt durch das jeweilige Landesjagdgesetz. Mindestpachtzeit, Mindestreviergröße und Pflichten sind dort geregelt.

Was tun bei zu hohen Wildschäden?

Zwischenabschüsse einfordern, Wildschadensgutachten erstellen lassen. Im Wiederholungsfall: Sonderkündigung prüfen.

Wer ist für Verkehrssicherung zuständig?

Grundsätzlich der Verpächter (Waldbesitzer). Bei Hochsitzen/Hütten des Pächters: dieser selbst.

Wie hoch ist ein angemessener Pachtzins?

Variiert stark: 5-30 €/ha/Jahr für Niederwild, 15-80 €/ha/Jahr für Hochwild-Reviere.

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